Deutsche UNESCO-Kommission E.v. - Für seinen Einsatz als UN-Sportbotschafter wurde Willi Lemke am 8. November mit der Berliner Friedensuhr 2011 ausgezeichnet. Mit dem Ehrenpreis würdigt das Berliner Komitee für UNESCO-Arbeit das langjährige und erfolgreiche Wirken Lemkes im Dienst von Entwicklung und Frieden. Der ehemalige Sportmanager und Politiker erhielt die Auszeichnung vor rund 400 Gästen im Atrium der Deutschen Bank in Berlin.
Das Berliner Komitee für UNESCO-Arbeit verleiht den Preis an Menschen, die sich weltweit für den Frieden einsetzen. In der Begründung des Kuratoriums heißt es, Lemke habe bewiesen, "dass Sport ein geeignetes Mittel sei, um Verständigung und Integration zu bewirken und die Armut zu bekämpfen." Lemke ist seit 2008 Sonderberater des UN-Generalsekretärs für Sport im Dienste von Frieden und Entwicklung. Er war zuvor Senator in Bremen und Sportmanager des Bundesligisten SV Werder Bremen.
Kulturstaatsminister Bernd Neumann nannte Lemke in seiner Laudatio einen Menschen, der "die Gabe hat, Konflikte zu lösen und Brücken zu bauen". Die UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova betonte in einer verlesenen Grußbotschaft, dass Lemke sich unermüdlich dafür einsetze, den gesellschaftlichen Einfluss von Sport auf die menschliche Entwicklung zu stärken. Die Vorsitzende des Berliner Komitees für UNESCO-Arbeit Brigitte Reich hob hervor, dass Lemke ein Weltbürger sei: "Er hat nach einer solch erfolgreichen Karriere einen One-Dollar-Job bei den Vereinten Nationen angenommen, um den Menschen in den Elendsvierteln dieser Welt helfen zu können."
Lemke gab sich in seiner Rede bescheiden und legte darauf Wert, dass er den Preis stellvertretend für seine Mitarbeiter entgegennehme. Sport sei für die Vereinten Nationen ein wichtiger Beitrag, um die Millenniums-Entwicklungsziele umzusetzen. "Die Werte des Sports, wie Toleranz, Respekt, Fairness und die Akzeptanz feststehender Regeln sowie seine Rolle in der Bildungs- und Informationsarbeit in benachteiligten Weltregionen können einen starken Beitrag zur Umsetzung der Millenniumsziele leisten", sagte Lemke.
Der Friedensuhr-Preis wird seit 2003 vom Berliner Komitee für UNESCO-Arbeit verliehen. Er geht an Persönlichkeiten und Institutionen, die dazu beigetragen haben, Mauern zwischen Völkern, Nationen, Kulturen und Ideologien zu überwinden. Davor überreichte der Berliner Juwelier Jens Lorenz die Friedensuhr in alleiniger Initiative an Persönlichkeiten, die sich seit 1989 für den Frieden eingesetzt hatten. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Michail Gorbatschow, Helmut Kohl, Mutter Teresa, Papst Johannes Paul II., Hans-Dietrich Genscher und die Internationale Atomenergie-Organisation IAEA.
Entstanden ist die Idee für die Friedensuhr am 9. November 1989: Damals präsentierte der Juwelier Jens Lorenz eine fast drei Meter hohe Uhr mit der Botschaft "Zeit sprengt alle Mauern". Mitten in die Präsentation der Uhr platzte die Nachricht vom Fall der Berliner Mauer und machte damit die Uhr zur Zeitzeugin ihres eigenen Anliegens. Die Auszeichnung in Form einer Tischuhr ist jener großen Uhr nachempfunden.
Weitere Informationen: www.berliner-friedensuhr.de www.unesco-berlin.de
Fotos: K+W Bringmeier |