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Anfangs war ich ein Fan wie viele andere auch. Dann lernte ich Anfang 1974 zwei der Säulen des großen Werder-Erfolges der letzten Jahrzehnte persönlich kennen: Dr. Franz Böhmert und Klaus-Dieter Fischer, damals Präsident bzw. Vizepräsident des Vereins. Aus dem Kennenlernen wurde bald eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und schließlich eine jahrzehntelange Freundschaft, aus der sich meine Beschäftigung als Werder-Manager entwickelte. Ein einfacher Handschlag mit Klaus-Dieter Fischer besiegelte den Vertrag. Am 11. November 1981 wurde meine persönliche Leidenschaft zum Beruf.

Aus meinen fast 18 Jahren als Werder-Manager sind mir viele bewegende Momente in Erinnerung geblieben. Besonders gern denke ich an das Spiel unseres Vereins im Jahre 1992 gegen die AS Monaco im Europapokal, das Werder gewann. Damit hatte Bremen erstmals einen europäischen Titel im Fußball gewonnen. Unvergesslich wird für mich auch das deutsche Pokalfinale gegen den FC Bayern München im Jahre 1999 bleiben, das auch zu einem weiteren Wendepunkt in meinem Leben führte. Erst im Elfmeter-Schießen fiel die Entscheidung für Werder - ein grandioser Sieg gegen den hohen Favoriten. Einen besseren Abschluss meiner Amtszeit als Manager konnte es kaum geben. Ich wechselte in die Politik. Auf diese schönen Momente schaue ich sehr gerne zurück. Leider blieben auch bittere Momente nicht aus. Besonders schwer zu verkraften war die Entscheidung des Trainers Otto Rehhagel, nach 13 Jahren den Verein zu verlassen. Dass er ausgerechnet zum FC Bayern München wechselte, dem Verein, mit dem wir in Bremen damals in Dauerfehde lagen, machte seinen Verlust noch schlimmer. Dennoch verbindet mich noch heute mit Rehhagel eine große Dankbarkeit für diese vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Präsidium, Trainer und Manager.
Meine Begeisterung für den Fußball und für den SV Werder hat trotz neuer Aufgaben nicht nachgelassen. Nach wie vor besuche ich regelmäßig die Heimspiele des SV Werder Bremen und ich bin dem Fan in mir stets treu geblieben. Gerade diese Perspektive und meine jahrzehntelangen Erfahrungen helfen mir auch in meiner jetzigen Rolle als Aufsichtsrats-vorsitzender bei Werder Bremen, Entscheidungen zu treffen, die sowohl im Interesse der wirtschaftlichen Belange, der sportlichen Leitung, der vielen Mitglieder unseres Vereins als auch im Interesse der Fangemeinde liegen.

In meinem Amt als Sonderberater des UN-Generalsekretärs für Sport im Dienst von Entwicklung und Frieden spielt der Profifußball keine besondere Rolle. Hier ist es vor allem der Breitensport, dem ich als ein Kernelement von Erziehung und Entwicklung eine große Bedeutung zuspreche. Dennoch ist der Erfolg meiner Arbeit nach wie vor eng mit den Erfahrungen verknüpft, die ich bei Werder Bremen machte: Die Atmosphäre dort ist geprägt von Einsatzbereitschaft, Zusammenhalt und Respekt vor dem anderen. Genau diese Werte sind es, die der Sport erreichen und vermitteln sollte, um ihn auf internationaler Ebene als Präventivmaßnahme gegen Gewalt und Konflikte einzusetzen. Dies ist mein Mandat - und ich bin mir sicher, dass meine langjährige Erfahrung mit Werder mir bei der Ausfüllung meiner Aufgaben hilft.
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Die Fotos auf dieser Seite wurden von www.heidmannfotografie.de zur Verfügung gestellt.
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